Das Feuer (flash Film)
Geschichte

Löschgruppe Byfang

1909 - 1999

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts greift die zündende Idee der Gründung Freiwilliger Feuerwehren immer schneller in ganz Deutschland um sich. Unter dem Eindruck der bereits im Jahre 1894 erfolgten Gründungen der Freiwilligen Feuerwehren Altendorf/Ruhr und Kupferdreh sowie der Berufsfeuerwehr der Stadt Essen, finden am 02.Juni 1909 in den beiden alten Byfanger Lokalen Josef Uhle und Anton Erkens zwei gut besuchte Bürgerversammlungen statt, um auch in der Gemeinde Byfang eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Unter Leitung des Oberbrandmeisters Johann Schwinge aus Kupferdreh wird in den o.g. Versammlungen beschlossen, am 09.Juni.1909 im ,,Grenzlokal" Wilhelm Helf (heute Gaststätte Kuhlhoff) die Gründung der Wehr vorzunehmen. 16 junge Männer stellen sich an diesem 09.Juni 1909 zur Ver-fügung, um allem Materialismus und Egoismus zum Trotz, ihren Byfanger Mitbürgern im Geiste der Nächstenliebe bei Bränden und Katastrophen ehrenamtlich und unentgeltlich zu helfen, getreu ihrem Wahlspruch:

,,Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"

Die 16 Gründer sind:

Wilhelm Breuer, Landwirt
Johann Gleißner, Bergmann
Wilhelm Heiderich, Bergmann
Josef Heimannsberg, Bergmann
Hugo Helf, Wirt
Wilhelm Heuer, Bergmann
Heinrich Kemperdiek, Bergmann
Theodor Kohaus, Landwirt
Johann Kohlmann, Bergmann
Wilhelm Linde, Bergmann
Heinrich op ten Hövel, Schmiedemeister
Wilhelm Paas, Landwirt
Hermann Rau, Wirt
Johann Roose, Bergmann
Johann Schnitzler, Bergmann
Wilhelm Schwamborn, Wirt

Schmiedemeister op ten Hövel, der seinen Beruf auf dem alten Byfanger Gutshof Breuer ausübt, wird zum ersten Brandmeister und Leiter der jungen Wehr gewählt. Wilhelm Heiderich wird zum Steigerführer, Hermann Rau zum Spritzenführer, Hugo Helf zum Schriftführer und Wilhelm Schwamborn zum Kassierer ernannt. Angeschlossen wird die Freiwillige Feuerwehr Byfang als zweiter Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr der damals noch selbständigen Bürgermeisterei Kupferdreh, von der auch die ersten primitiven Löschgeräte zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich bei diesen Löschgeräten um ganze sechs gebrauchte Hanfschläuche, ein Standrohr und Schlüssel sowie einige Strahlrohre, die in den Schulen von Ober- und Unter-byfang untergebracht werden. Als Bekleidung stehen je Mann ein weißer Kittel sowie Feuerwehrgurt und -helm zur Verfügung. Die Versammlungen finden monatlich abwechselnd bei den Wirten Rau, Helf und Schwamborn statt; die Übungen werden an der Ober- und Unterbyfangschule durchgeführt.

Am 31.Oktober 1909 muß die Wehr bereits zu ihrem ersten Brand seit ihrer Gründung ausrücken. Bei Fritz Elvenholl am Poths-berg brennt das Wohngebäude. Da bei diesem Einsatz alle Hanfschläuche durch den Wasserdruck zerstört werden, muß der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Kupferdreh zu Hilfe gerufen werden.

1910 erhält die Wehr dann endlich blaue Tuchröcke, schwarze Tuchhosen und Mützen, und auch die feuerwehrtechnische Ausrüstung wird verbessert. Die Wehr verfügt nun über einen Schlauchwagen mit insges. 150 m Schlauchmaterial, eine Hand-druckspritze sowie einige Brandhaken und Leitern. Sowohl der Schlauchwagen als auch die alte Handdruckspritze müssen von Hand gezogen werden. Mittels der Druckspritze kann der von Hydranten bzw. Brunnen oder offenen Gewässern ent-nommene Löschwasserdruck durch manuelle Pumphübe verstärkt und somit bei der Brandbekämpfung eine größere Reichweite erzielt werden.

Gegenüber heute ist das Alarmierungs- und Ausrückverfahren seinerzeit ebenfalls recht primitiv. An verschiedenen "Feuermeldestellen" in Byfang kann der Bürger einem Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr einen Brand melden. Dieser Feuer-wehrmann stößt sodann in sein laut schallendes "Feuerhorn", um nach dem Schneeballsystem andere Feuermeldestellen und damit alle übrigen Feuerwehrkameraden zu alarmieren.

Als erster Feuerhorn-Bläser in Byfang fungiert ab 1911 über mehrere Jahre Karl Linde vom Düschenhofer Wald. Später werden die Feuerhörner durch Handsirenen und in den 30er Jahren durch Brandschutzsirenen auf den Feuerwehrtürmen ersetzt. Die altersschwache und nur schwer zu transportierende Hand-druckspritze wird nur relativ selten eingesetzt und bereits nach wenigen Jahren ins Museum gegeben. Der ebenfalls noch von Hand zu ziehende Schlauchwagen ist jedoch bis zum II. Weltkrieg in Gebrauch. Mit diesem Schlauchwagen ist lediglich die Wasserentnahme über Hydranten und Standrohr möglich, weil keine eigentliche Pumpe vorhanden ist. Bei größeren Schadens-feuern muß daher immer auf die Mithilfe der Nachbarwehren mit ihren Druckspritzen zurückgegriffen werden.

Erst nach dem II. Weltkrieg erhält die Wehr einen Tragkraft-spritzenänhänger (TSA) mit einer DKW-Tragkraftspritze, der bis zum Jahre 1953 Verwendung findet. Dieser Anhänger ist so-wohl mit einer LKW-Kupplung als auch mit einer Deichsel für Pferde- und Handbetrieb ausgerüstet. Im Alarmfall wird der TSA folglich entweder von Hand oder von Pferden - später auch von Traktoren benachbarter Landwirte - zur Einsatzstelle gezogen. Im Bedarfsfall muß auch schon mal das Löschgruppenfahrzeug aus Kupferdreh zum Ziehen des TSA angefordert werden. Die damals noch häufig praktizierten Steigeübungen müssen bei der Nachbarwehr in Kupferdreh abgehalten werden, da Byfang noch keinen eigenen Feuerwehrturm besitzt. 1911, beim Großbrand auf dem Anwesen des Bauern Köppen (Kleinheide) , bekommt die Wehr Verstärkung durch einige be-herzte Männer, die anschließend aktiv der Freiwilligen Feuer-wehr Byfang beitreten. Unter der Führung ihres Brandmeisters op ten Hövel gedeiht die junge Wehr zusehends zu einer leistungsfähigen und schlagfertigen Truppe.

Am 03. Februar 1914 verlieren die Kameraden leider ihren ersten Brandmeister op ten Hövel im Alter von nur 28 Jahren durch einen tödlichen Berufsunfall auf der früheren Zeche "Viktoria" im Deilbachtal.

Bei der Neuwahl des Wehrführers im März 1914 wird Kamerad Wilhelm Schwamborn zum zweiten Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Byfang ernannt.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges am 01.August 1914 bedeutet praktisch zunächst das Ende der Byfanger Freiwilligen Feuer-wehr, da alle Kameraden - mit einer Ausnahme - nach und nach zum Kriegsdienst eingezogen werden.

Doch auch in dieser Notzeit stellen sich bei Feueralarm einige junge Burschen, die noch nicht zum Waffendienst taug-lich sind, der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung und treten später aktiv ein.

1917 wird das alte Byfanger Gerichtshaus ein Raub der Flammen und wird abgerissen.

Nicht alle Feuerwehrkameraden kehren unversehrt aus dem 1. Weltkrieg zurück. 5 Kameraden fallen; einer stirbt an den Folgen seiner schweren Verwundungen.

Gerichtshaus der freien Herrlichkeit Byfang

Es sind im 1. Weltkrieg gefallen:
Johann Roose gefallen Sept. 1914
Heinrich Kier gefallen Nov. 1914
Otto Möller gefallen April 1917
Johann Gleißner gefallen Juni 1917

Hermann Rau gefallen Sept. 1918
Engelbert Kohlmann gestorben März 1918

Aus der CHRONIK der FF Byfang WIR GEDENKEN UNSEREN GEFALLENEN UND VERSTORBENEN KAMERADEN 90 JAHRE FF BYFANG

Mit neuen jungen Leuten und einigen Getreuen (Wilhelm Heuer, Wilhelm Linde, Wilhelm Schwamborn und Heinrich Kemperdiek) wird der Wehrbetrieb im Januar 1919 wieder aufgenommen und Alois Heiermann im Herbst des gleichen Jahres zum Brandmeister und 3. Wehrführer gewählt. Kamerad Schwamborn hatte sein Amt zuvor aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Mit dem entliehenen, und noch von Pferden gezogenen Feuerwehrwagen der Freiwilligen Feuerwehr Kupferdreh, unternahm der Löschzug 2 Byfang und einige Kameraden aus Kupferdreh gegen 1920 eine Ausflugsfahrt zur Dechenhöhle. Mit von der Partie waren:

auf dem Bock: Willi Hansberg (links) und Oberbrandmeister Schwinger aus Kupferdreh hinter der Leiter: Hans Zimmermann, Willi Markus, August Linde, Karl Riemann, Hermann Heuer

vor der Leiter: Karl Kirkskothen, Heinrich Kemperdiek, Ludger Bahren- berg, Alois Heiermann, ?, Werner Drohsen, Willi Linde

links am Bock stehend: Wilhelm Schwamborn (damaliger Wehrführer)

rechts hinter dem Karl Linde Wagen stehend:

(von links nach rechts)

Von 1919 an bilden die drei Löschzüge der Bürgermeisterei Kupferdreh eine Löschgemeinschaft unter der Führung des Branddirektors Dr. Hermann Narjes, nachdem im Jahre 1914 auch Dilldorf eine eigene Freiwillige Feuerwehr gegründet hat. Den ersten eigenen Steigeturm erhält die Freiwillige Feuerwehr Byfang im Jahre 1922. Die aktiven Feuerwehrkameraden wenden viele Arbeitsstunden auf, um die von der Bergischen-Elektizitätsgesellschaft (BEV) gestifteten Masten und Hölzer zu einem an-sehnlichen hölzernen Feuerwehrturm zusammenzufügen und den Vorplatz nebst Geräteschuppen zweckdienlich zu gestalten. Das hierfür be-nötigte Gelände stellten der Wirt Drohsen und Landwirt Blaum der Freiwilligen Feuerwehr unentgeltlich zur Verfügung.


ALOYS HEIERMANN Brandmeister und Löschzugführer 1959 bis 1962

Am 02. Juli 1922 findet die Einweihung des Turmes und des Platzes statt; das 15jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Byfang feiert man am 25.01.1925. Kamerad Wilhelm Heuer, dem die aktive Teilnahme am Übungsdienst aufgrund eines Berufsunfalls nicht mehr möglich ist, wird am 08.01.1922 zum Ehrenmitglied ernannt. Branddirektor und Senator Dr. Hermann Narjes wird am 28. September 1924 zum Ehrenbrand-direktor der Freiwilligen Feuerwehr Byfang ernannt. Die Leitung der drei Löschzüge (Kupferdreh, Byfang und Dilldorf) übernimmt nun für fünf Jahre Branddirektor Jäger.

Ehrensenator DR. HERMANN NARJES Ehrenbranddirektor Branddirektor von 1919 bis 1924

Stadtoberamtmann i. R. OTTO KIRCHNER Hauptbrandmeister von 1929 bis 1949

Am 24.Februar 1929 wird Oberbrandmeister Otto Kirchner durch die frei- gewordene Dir.-Stelle Leiter der drei Löschzüge. Nach der Eingemeindung Kupferdrehs´ zur Stadt Essen im Jahre 1929 unterstehen nunmehr sämtliche Freiwilligen Feuerwehren bis zum heutigen Tag dem Leiter der Berufsfeuerwehr Essen, mit der durchaus positiven Folgeerscheinung, daß die drei Löschzüge nun auch mit Motorspritzen und anderen modernen Feuerwehrgeräten Erfahrungen machen können. (Die älteren Kameraden werden sich noch schmunzelnd daran erinnern, daß das seinerzeit vom Branddirektor Dr. Hermann Narjes der Löschgemeinschaft Kupferdreh gestiftete erste Motor-Feuerwehrfahrzeug nunmehr der ,,Rote Otto" genannt wurde.)

Im Jahre 1933 muß der morsch gewordene Holzturm in Byfang durch eine gebrauchte Eisenkonstruktion aus Kupferdreh ersetzt werden. Dieser ehemalige Kupferdreher Eisen-Feuerwehrturm mit dem vorgebauten Geräteschuppen, leistet von 1933 bis 1969 mehreren Feuerwehrgenerationen noch treue Dienste und muß erst im Jahre 1969 dem Neubau des heutigen Gerätehauses weichen.

Der Kupferdreher Eisen - Feuerwehrturm 90 JAHRE FF BYFANG

mit dem ersten motorgetriebenen Feuerwehrfahrzeug VW-BUS, TSF-T1 (Tragkraftspritzenfahrzeug).

25jährige Jubelfeier

Die folgenden Jahre stehen ganz in Zeichen der Aus- und Fortbildung. So werden aus Byfang zu Kreis- und Provinzial- Feuer-wehrtagen Abordnungen entsandt und auch mit einigen Kameraden die Feuerwehrfachschule in Koblenz besucht. 1934 begeht die Wehr ihr 25jähriges Jubiläum. Während man noch fröhlich zusammensitzt, ertönt plötzlich die Brandsirene. Brandmeister Alois Heiermann hat nämlich zu aller Erstaunen zur Feier des Tages auf dem Helveshoff noch eine kleine Übung anberaumt, zu der man nun leider ausrücken muß. Auch zu dieser Zeit wird der Schlauchwagen noch von Hand gezogen.

Eine Aufnahme von der 25jährigen Jubelfeier der FF Byfang (1934)

hintere Reihe: Ludwig Ruhrländer. Fritz Wagener, Werner Drohsen, Heinrich Roose, Wilhelm Dievernich, Leo Bahrfeck, Josef Geile, Ludger Bahrenberg, Hans Lehmann, Alois Heuer, Josef Raspe, Werner Sonnenschein

mittlere Reihe: Emil Keisel, Heinrich Fiedler, Heinrich Conze, Johann Vorberg, Wilhelm Schäfer, Heinrich Kohlmann, August Eick, Josef Heiermann, Franz Zettelmeier, Franz Paas

vordere Reihe: Hermann Heuer, Karl Riemann, August Linde, Heinrich Kemperdiek, Alois Heiermann, Karl Linde, Wilhelm Schwamborn, Karl Kirkskothen

(von links nach rechts)

1939 bricht der II. Weltkrieg aus. Alle Freiwilligen Feuerwehren werden praktisch aufgelöst und ihre Angehörigen zum Sicherheits- -und Hilfsdienst oder zur Wehrmacht einberufen. Sämtliche Uni-formen, Ausrüstungsgegenstände und Fahrzeuge werden eingezogen und dem eingerichteten Luftschutzdienst zur Verfügung gestellt. In Zivil versehen aber einige Daheimgebliebene weiter ihren Dienst am Nächsten und versuchen, das Leben und das Hab und Gut ihrer Mitbürger zu schützen. 1945, gegen Ende des Krieges, kehren nach und nach alle Kameraden wieder nach Byfang zurück und treten sofort wieder unter der Führung des altbewährten Brandmeisters Alois Heiermann in die Reihen der Wehr ein. Es dauert jedoch eine geraume Zeit, bis die alten Uniformen und Ausrüstungsgegenstände wiederbeschafft und einsatz-bereit sind. Am 10.Juli 1949 begeht die Wehr ihr 40jähriges Jubiläum. Eine zehnköpfige Gruppe junger Byfanger Männer ist in die Fußstapfen der Alten getreten und stellt in einer Schauübung - unter den kritischen Augen des Hauptbrandmeisters Rullkötter - ihr Können am Byfanger Feuerwehrturm unter Beweis. Aus Anlaß des Jubiläums wird Oberbrandmeister Otto Kirchner zum Ehrenoberbrand-meister der Freiwilligen Feuerwehr Byfang ernannt.

In den vier Jahrzehnten ihres Bestehens hat die Freiwillige Feuerwehr Byfang folgende Einsätze zu verzeichnen: 34 Großbrände, 2 Waldbrände, 2 Nachbarschaftshilfen (Altendorf) sowie zahlreiche Kleinfeuer. In den Jahren 1951/52 wird der Landesverband Deutscher Freiwilliger Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen gegründet, dem folglich auch die Freiwillige Feuerwehr Byfang angehört. Auch absolvieren wiederum einige jüngere Kameraden in diesen Jahren mit Erfolg die Landesfeuerwehrschule in Warendorf. Darüber hinaus nehmen Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr Byfang im Jahre 1951 am Provinzialverbandsfest in Münster, am Kreisverbandsfest in Stoppenberg sowie am Gruppenverbands-fest in Viersen teil. Einige der jungen Kameraden beteiligen sich ebenfalls an den Abschlußvorführungen der Bundesausstellung für Brandschutz und Rettungswesen ,,Roter Hahn", die vom 05. - 14. Juni 1953 im westlichen Freigelände der Essener Gruga durchgeführt wird. In diesem Jahr erhält die Wehr auch ihr erstes motorge-triebenes Feuerwehrfahrzeug, einen VW-Bus, TSF-T1 (Tragkraft-spritzenfahrzeug).

Ein weiterer markanter Meilenstein der Vereinsgeschichte sind die Feierlichkeiten anläßlich des 50jährigen Jubiläums vom 6. - 8.Juni 1959. Damals findet das Kreisverbandsfest aller Essener Freiwilligen Feuerwehren in Byfang statt. Die 35 aktiven Kameraden scheuen weder Mühen noch Kosten und haben sogar ein Festzelt und eine Kirmes nach Byfang geholt, was für die da-malige Zeit kein alltägliches Ereignis war.

Gruppenaufnahme anläßlich des 50jährigen Jubiläums (1959)

hinterste Reihe: Paul Kuhlhoff, Bodo Küpper, Horst Sachs, Hans Blaum, Heinrich Roose, Paul Stratmann, Hans Großheimann, Josef Geile, Heinz Kuhlhoff

zweite Reihe von hinten: Johannes Gerk, Kurt Linde, Clemens Kohlmann, Johannes Fiege, August Linde, Heinz Kreutzenbeck (re)

mittlere Reihe: Fritz Wagener, Heinz Sachs, Alois Heuer, Hermann Heuer, Reinhold Link, Hans Schürmann, Josef Pfeiffer, Theo Küpper, Wilhelm Conze, Werner Sonnenschein

vordere Reihe: Hermann Heuer, Heinrich Fiedler, Karl Riemann, Josef Heiermann, Alois Heiermann, Wilhelm Schwamborn, Heinrich Kemperdiek, Wilhelm Linde, Heinrich Kuhlhoff

(von links nach rechts)

Nach über 40jähriger Führung der Freiwilligen Feuerwehr Byfang, gibt Brandmeister Alois Heiermann - nach Vollendung seines 70. Lebensjahres- aus Gesundheitsgründen die Führung der Wehr anläßlich der Feierlichkeiten zum 50jährigen Bestehen an seinen Bruder Josef Heiermann weiter, der dann seinerseits bis 1962 vierter Leiter der Byfanger Wehr ist. Ihn löst dann im Jahre 1962 Kamerad Heinz Kreutzenbeck in der Wehrführung ab.

Seit der Gründung im Jahre 1909 waren folgende Männer als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Byfang tätig.

1909 - 1914 Heinrich op ten Hövel
1914 - 1919 Wilhelm Schwamborn
1919 - 1959 Alois Heiermann
1959 - 1962 Josef Heiermann
1962 - 1989 Heinz Kreutzenbeck
1989 - heute Rolf Brochhagen

Neubau eines Gerätehauses

Eine besonders nette Geste lassen sich die Byfanger Wehrmänner einfallen, als sie anläßlich des 55jährigen Bestehens der Löschgruppe im Jahre 1964 in der Gaststätte Kuhlhoff ein gemütliches Beisammensein veranstalten und dann am nächsten Tag all jene Kameraden besuchen, die wegen Krankheit der Feier fernbleiben müssen oder die aus Altersgründen nicht mehr aktiv dabei sein können. Auch zum 60Jährigen versammelt man sich am 07. Juni 1969 zu einer Feier in der Vereinsgaststätte Kuhlhoff und denkt jedoch nicht in Traum daran, daß noch im gleichen Jahr (1969) der erste Spatenstich für den langersehnten Neubau des Gerätehauses erfolgen wird.

In einer ,,Blitzaktion" hat auf Initiative des örtlichen Ratsherrn Fredi Liedtmeyer der Ausschuß "Städtische Werke" im Rat der Stadt Essen den Beschluß zum Neubau des Gerätehauses gefaßt, nachdem der Stadt Essen das Baugrundstück vom Feuerwehrkameraden Heinrich Kuhlhoff kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Der erste Spatenstich erfolgt bei eisiger Kälte und im Beisein des Oberbrandrats Eulenburg, des Ratsherrn Kalipke sowie der Abordnungen der Berufs- und Freiwilligen Feuer-wehr am 18.12.1969 um 13.00 Uhr durch den Ausschußvor-sitzenden und Ratsherrn Franz Busch.

22.11.1970 - Einweihung

Nachdem aus witterungsbedingten Gründen der Bauunternehmer Hohmann erst im Frühjahr 1970 mit dem eigentlichen Bau beginnen kann, gehen die Arbeiten mit tatkräftiger Unterstützung der aktiven Byfanger Feuerwehrkameraden jedoch dermaßen zügig voran, daß das neue, rd. 133.000 DM teure Gerätehaus, bereits am 22.11.1970 unter dem Heulen der neuen Brandschutzsirene durch den Stadtdirektor und Dezernenten Köhler feierlich übergeben werden kann. An den Übergabefeierlichkeiten nehmen neben dem Bezirksamts-leiter und Sprecher der Freiwilligen Feuerwehren, Kamerad Josef Götte, und anderen Ehrengästen aus Politik und Feuer-wehr, auch die beiden noch lebenden Gründer der Wehr, Heinrich Kemperdiek und Wilhelm Schwamborn, teil. (Wilhelm Schwamborn geht als letzter der 16 Gründungsmit-glieder der Freiwilligen Feuerwehr Byfang im Jahre 1976 von uns.)

Nach dem Neubau des Gerätehauses, wird in den 70er Jahren auch das Alarmierungs- und Nachrichtensystem der Freiwilligen Feuerwehr Byfang wesentlich verbessert. Eines der beiden TLF 8 Einsatzfahrzeuge erhält ein eigenes Funkgerät, mit dem sich die Lösch-gruppe bei Übungen und Einsätzen nun unmittelbar mit der Feuerwehr-Leitstelle an der Eisernen Hand 45 in Verbindung setzen und den genauen Einsatzort oder andere wichtige Daten erfragen kann. Im Jahre 1981 werden nachein-ander sowohl die Sirene am Gerätehaus als auch die Sirene auf der ehem. Unterbyfangschule mit Funkempfängern ausge-rüstet, so daß sie nun unmittelbar von der zentralen Leitstelle der Berufsfeuerwehr in der Essener Innenstadt per Funkbefehl aus-gelöst werden können. Zuvor mußte die Sirene am Gerätehaus im Flur des Vereinswirtes Kuhlhoff (Feuermeldestelle) von Hand ausgelöst werden.

Das Nachrichtensystem wird verbessert! Bedingt durch den Neubau des Gerätehauses im Jahre 1970, erhält die Freiwillige Feuerwehr Byfang aufgrund der größeren Unterstellmöglichkeiten zusätzlich zu dem alten VW-Bus, TSF-T1, ein dreisitziges Unimog-Tanklöschfahrzeug.

Im Herbst 1972 wird der alters-schwache VW-Bus dann gegen ein sechs-sitziges Vorauslöschfahrzeug (VLF) ausgetauscht, so daß die Löschgruppe nun über zwei Unimog-Fahrzeuge verfügt, mit denen sie eine einsatztaktisch vollwertige Gruppe von 9 Mann zur Einsatzstelle transportieren kann. Leider wird das Vorauslöschfahrzeug wenige Jahre später wieder abgezogen und bei der Berufsfeuerwehr zu einem Hilfsrüstwagen umgebaut.

Als Ersatz hierfür erhält die Freiwillige Feuerwehr Byfang ein weiteres TLF 8-Tanklöschfahrzeug. Diese beiden kleinen Zivilschutz-Fahrzeuge auf Unimog-Fahrgestell sind für die besonderen Byfanger Verhältnisse wie geschaffen (schmale, schlecht ausgebaute Straßen, enge Waldwege, häufig unzureichende Löschwasserversorgung).

Sie sind relativ klein, sind geländetauglich, führen je 800 Liter Löschwasser mit sich und können mit dem Führerschein der Klasse III fast von jedem Feuerwehrkameraden gefahren werden.

Am 02.11.1984 werden die vorgenannten beiden TLF 8 gegen zwei neuere, durch die Stadt Essen aus Zivilschutzbeständen angekaufte Tanklösch-fahrzeuge gleicher Bauart ersetzt, welche künftig als kommunale Fahrzeuge in Essen zum Einsatz kommen. Aufgrund des argen (Miß-) Verhältnisses von 2 x 3 = 6 Sitzplätzen auf diesen beiden Tanklöschfahrzeugen und einer Gesamtmannschaftsstärke von rd. 30 aktiven Feuerwehrkameraden in der Löschgruppe Byfang, wird auf Drängen der Löschgruppenführung eines der beiden TLF 8 abge-zogen und am 11.05.1985 durch einen gebrauchten Mannschaftstransport-wagen der Berufsfeuerwehr (MTW/Ford Transit/8 Plätze) ersetzt.

Hierdurch besteht seitdem zumindest die Möglichkeit, statt bisher 6 nunmehr immerhin 11 Wehrmänner mit Feuerwehrfahrzeugen zur jeweiligen Einsatzstelle befördern zu können. Der Rest der Löschgruppe muß nach wie vor vom Gerätehaus entweder mit ihren Privat-Pkw nachrücken oder aber durch Kurierfahrten mit dem MTW nachgeholt werden.

Gruppenfoto zum 65jährigen Jubiläum im Jahre 1974

hintere Reihe: Willi Stötzel, Heinz Nücke, Manfred Bützken, Hans Latarius, Siegfried Trillken, Franz-Gerd Wiesenkämper, Willi Heuer, Hans Unruhe, Hans Strötgen, Rolf Brochhagen, Alfons Großheimann

mittlere Reihe: Heinz Kreutzenbeck, Horst Wiesenkämper, Hans Schürmann, Hermann Gruß, Alois Latarius, Egbert Kemperdiek, Manfred Hiller, Heribert Stein, Günter Lachnicht, Rainer Klus, Heinz Wennersheide, Clemens Kohlmann

sitzend: Fritz Wagener, Alois Linde, Theo Küpper, Hermann Heuer, Alois Heuer, Josef Geile, Hans Fiege

(von links nach rechts)

Offizielle Übergabe des neuen TLF 16/24 Tr. am 09.07.1995

Die Freiwillige Feuerwehr Byfang hegt jedoch seit jeher den Wunsch, ein großes Löschgruppenfahrzeug nach Byfang zu bekommen, um hierdurch sowohl den vierzehntägigen Übungs- und Ausbildungsbetrieb abwechslungsreicher und praxisnaher gestalten als auch den taktischen Einsatzwert der Löschgruppe Byfang insgesamt wesentlich verbessern und aufwerten zu können. Dieser Wunsch geht zwar in Form eines 9sitzigen Löschgruppenfahrzeugs nicht in Erfüllung, doch wird auch der Fahrzeugbestand der Löschgruppe Byfang in den 90er Jahren unter maßgeblicher Beteiligung der Branddirektion Essen, an ihrer Spitze der Leiter der Feuerwehr Essen, Dipl.-Ing. Henning Patzke, erheblich verjüngt und verbessert. Anläßlich der offiziellen Übergabe am 09.07.1995 erhält die Löschgruppe Byfang erstmals seit ihrer Gründung vor 86 Jahren im Austausch gegen das immerhin 29 Jahre alte TLF 8/8 ein eigenes fabrikneues Löschfahrzeug. Das nach wie vor (nur) 3sitzige Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 Trupp verfügt über einen immerhin 2400 Liter fassenden Löschwasserbehälter, eine leistungsstarke Feuerlöschkreiselpumpe und auch die übrige feuerwehrtechnische Beladung ist den besonderen Einsatzerfordernissen des ländlich und topographisch geprägten Ausrückbezirks der Freiwilligen Feuerwehr Byfang angepaßt. Schließlich wird auch das alte Ford-Transit-Mannschaftsfahrzeug am 23.06.1998 gegen einen nur zwei Jahre alten 8sitzigen VW-Bus ersetzt, so daß die Löschgruppe Byfang heute über für ihre Belange optimale und moderne kommunale Einsatzfahrzeuge verfügt.

Die FF Byfang im Jubiläumsjahr 1984.

Ihr 75jähriges Bestehen feiert die Löschgruppe Byfang am 19. und 20. Mai 1984 im Rahmen des Kreisverbandsfestes unter großer Beteiligung der Bevölkerung und der übrigen Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Ab-ordnungen der Byfanger Vereine, Verbände und politischen Parteien in der festlich hergerichteten Reithalle des Reiterverein Byfang. Es werden weder Mühen noch Kosten gescheut, allen Festbesuchern - ob Groß oder Klein- ein interessantes und ab-wechslungsreiches Jubiläums- programm rund um das Byfanger Gerätehaus zu bieten. Dieses wirklich gelungene Fest wird allen Teilnehmern sicherlich noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Branddirektor Peter Eulenburg nahm die anstehenden Beförderungen vor.

Peter Küssner, Gerd Lansing und Klaus Schüßler zum Ofm., Rolf Brochhagen zum Obm., Werner Kämper zum Bm. (FF Kupferdreh) sowie Winfried Schörken und Günter Visscher zum Obm. (FF Kettwig).

Die FF Byfang im Jubiläumsjahr 1984

hintere Reihe : Clemens Kohlmann, Peter Küssner, Alfons Großheimann, Gerd Lansing, Klaus Schüßler, Stefan Kampmann, Bernd Schüßler, Michael Sonnenschein, Rolf Brochhagen

zweite Reihe Michael Klus, Klaus Kreutzenbeck, Bernd Kuhlhoff, Martin von hinten: Sonnenschein, Hans-Georg Schmittgen, Alfred Kampmann, Joachim Brochhagen, Georg Heiermann

zweite Reihe Heinz Kreutzenbeck, Reinhold Link, Hans Schürmann, Jürgen von vorne: Hüser, Franz-Gerd Wiesenkämper, Uwe Lüttenberg, Peter Binz, Hans-Peter Kremer, Heinz-Jürgen Kemperdiek, Dieter Merten, Manfred Bützken

vordere Reihe: Hans Blaum, Heinz Wennersheide, Hermann Gruß, Theo Küpper, Fritz Wagener, Alois Heuer
(von links nach rechts)

Selektivrufempfänger Im März 1985 partizipiert auch die Freiwillige Feuerwehr Byfang an einer grundlegenden Änderung des Alarmierungssystems für die Freiwillige Feuerwehr in Essen, als an alle aktiven Frei-willigen Feuerwehrmänner sogenannte Selektivrufempfänger (zigarettenschachtelgroße Piepser) ausgegeben werden. Zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung -insbes. von Bewohnern des Ortsteils Werden- über nächtliche Ruhestörungen durch die lauten Feuerschutzsirenen haben zur Folge, daß die vorgenannten Selektivrufempfänger zentral beschafft und die ,,Stille Alarmierung" in Essen am 01.Mai 1985 offiziell durch Oberbürgermeister Peter Reuschenbach einge-führt wird. Seitdem werden die jeweiligen Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatzfall nicht mehr über Sirenen, sondern für Außenstehende völlig lautlos mittels analoger "Piepser" alarmiert. Im Jahre 1999 wird die neuste Generation derartiger Piepser in digitaler Betriebstechnik an alle Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr in Essen ausgegeben.

Der Brand im Gerätehaus der FF Byfang!

Der 27.03.1986 geht als der Tag in die Analen der Löschgruppe Byfang ein, an dem beinahe das eigene Gerätehaus ab-gebrannt wäre.
Nachdem sich das Laufrad eines PVC - Wandheizlüfters der elektrischen Heizungsanlage durch einen technischen Defekt festgefressen hat, kommt es glücklicherweise " nur" zu einem Schwelbrand des Gerätes, auf Grund dessen jedoch das Innere des gesamten Gerätehauses mit einer dicken Rußschicht überzogen und so ein völliger Neuanstrich aller Wände und Decken erforderlich wird. Gott sei Dank kommt die Versicherung größtenteils für den entstandenen Schaden auf.

Im Jahr 1986 ist jedoch auch Erfreuliches zu berichten. Erwähnenswert ist vor allem die historische Löschübung, die von den Kameraden der Löschgruppe Byfang anläßlich des ,,St. Barbara-Bergfestes" am 06.07.1986 an der Byfanger Pfarrkirche in historischen Uniformen mit einer 150 Jahre alten Feuerspritze aus dem Bestand der Berufsfeuerwehr Essen vorgeführt wird.

In den Jahren 1986 bis 1989 sind darüber hinaus insbesondere die seit langem fälligen Instandsetzungsarbeiten am Gerätehaus hervorzuheben.

Nachdem im Laufe der Jahre sämtliche Holzfenster und Außentüren verfault waren und aus dem Rahmen zu fallen drohen, werden sie gegen neue Kunststoffenster und -türen ersetzt. In der Fahrzeughalle wird sogar ein modernes elektrisch betriebenes Rolltor eingebaut. Auch der Großteil der durch die eindringende Außenfeuchtigkeit gerissenen Wandfliesen im Sanitärbereich muß erneuert werden. Der in diesem Zusammenhang ebenfalls umgebaute Mannschaftsraum wird aus Eigenmitteln der Löschgruppe mit neuen Sitzmöglichkeiten ausgestattet. An dieser Stelle gebührt hierfür den Mitarbeitern der Stadtverwaltung Essen (Hochbauamt und Feuerwehr) für ihre unbürokratische Hilfe noch einmal ein herzlicher Dank.

Der König geht, es lebe der König - Wechsel der Löschgruppenführung

Im 80. Jubiläumsjahr legt der langjährige Führer der Löschgruppe Byfang, Oberbrandmeister Heinz Kreutzenbeck, nach Erreichen des 60. Lebensjahres sein Führungsamt nieder und tritt als inaktives Mitglied in den wohlverdienten Ruhestand. Kamerad Heinz Kreutzenbeck stand der Wehr seit 1962 immerhin mehr als 27 Jahre als Löschgruppenführer ver-antwortlich vor und hat sich in der mehr als 40jährigen Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr großes Ansehen und zahlreiche Freunde weit über die Grenzen Byfangs hinaus erworben.

Am 26.08.1994 ernennt ihn die Löschgruppe Byfang zu ihren "Ehren ? Löschgruppenführer"

Seine offizielle Verabschiedung aus dem aktiven Feuerwehrdienst erfolgt am 02.September 1989 im Vereinslokal Kuhlhoff. Im Rahmen einer außerordentlichen Vollversammlung wird Kamerad Rolf Brochhagen am 14.04.1989 an gleicher Stelle von den anwesenden aktiven Wehrmännern der Löschgruppe Byfang zum neuen Löschgruppenführer gewählt.

Heinz Kreutzenbeck

-Löschgruppenführer-

von 1962 bis 1989

Rolf Brochhagen

-Löschgruppenführer-

seit 1989

Der originäre Ausrückbezirk der Freiwilligen Feuerwehr Byfang erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 400 ha. und ist mit dem Stadtteil Byfang identisch. Da die Wehrmänner in der Regel berufstätig und von daher nicht ständig in Byfang anwesend sind, ist die Wehr an Werktagen nur in der Zeit von abends 17.oo Uhr bis morgens 6.oo Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztägig alarmierbar. Bei Großschadenslagen oder bei Großbränden kann sie jedoch auch zu den übrigen Zeiten oder auch im ganzen Essener Stadtgebiet eingesetzt werden. Ihre Hauptaufgabe liegt in der Unterstützung der Berufsfeuerwehr, an deren Seite sie für den Feuerschutz in unserer Stadt verantwortlich ist. Dies trifft selbstver-ständlich auch auf alle anderen Freiwilligen Feuerwehren dieser Stadt zu. Gemeinsam bilden die derzeit 15 Freiwilligen Feuerwehren und die 11 Gruppen der Jugend-feuerwehr zusammen mit den Kameraden der Berufsfeuerwehr die " Feuerwehr der Stadt Essen".

Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr

Wie die Beispiele der jüngsten Vergangenheit deutlich vor Augen führen, ist die Berufsfeuerwehr insbesondere bei Großschadenslagen auf die personelle und materielle Unterstützung der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr angewiesen. Erwähnt seien an dieser Stelle nur die Brände des Martin-Luther-Krankenhauses in Steele, die zahlreichen Scheunen- und Strohstapelbrände in Kettwig sowie die Großschadenfeuer auf dem Gelände der LMG (Alu-Hütte) in Bergeborbeck, des EDEKA ? Fleischhofes in Kupferdreh, der Fa. Goldschmidt, der Großbrand der Altpapier-Verwertungsfirma Reitner und Böhle, der Lagerhallenbrand am Schacht Neu Cöln, der Papierlagerbrand auf dem Gelände der Fa. Rohde in der Koksstraße, der Großbrand der Lackfarbenfabrik Servicol in der Leimkugelstraße, der Brand des ehemaligen Güterbahnhofs Kupferdreh im Hinsbecker Löh, der Großbrand der MAW Industrie- und Buchbinderei in Frillendorf sowie das wohl größte Brandereignis der Nachkriegszeit in Essen, der Großbrand im Axel-Springer-Verlag-Kettwig.

Auch bei diesen Großeinsätzen kommen zwangsläufig die Kameraden aus Byfang vor Ort zum Einsatz oder aber füllen personell und materiell die entblößten Wachen der Berufsfeuerwehr wieder auf und stellen für diesen Zeitraum den Brandschutz in den jeweiligen Essener Stadtteilen selbständig sicher.

Von daher müssen auch die Freiwilligen Feuerwehren fachtheoretisch und materiell genauso gut ausgestattet und auf dem Laufenden sein, wie die Kameraden der Berufsfeuerwehr.

Ein weiteres Betätigungsfeld für die Freiwillige Feuerwehr ist der mit der Berufsfeuerwehr gemeinsam übernommene Sicherheitswachdienst bei Großveranstaltungen in den Essener Messehallen, der Grugahalle und im Saalbau. Da Einsätze in Byfang nicht gerade an der Tagesordnung sind, -im Kreise der Freiwilligen Feuerwehren spricht man scherzhaft von der Löschgruppe mit dem wirkungsvollsten "Vorbeugenden Brandschutz"- , muß sich die Wehr durch stetes Üben und Trainieren für den Ernstfall in Form halten und fort-bilden. Hierzu werden in den Sommermonaten regelmäßig im Abstand von 14 Tagen freitags praktische Übungen abgehalten und im Winterhalbjahr monatlich theoretische Unterrichtsabende und Schulungen durchgeführt.

Seit Anfang der 90er Jahre legt die neue Amtsleitung besonderen Wert darauf, daß sich die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr auch hinsichtlich der persönlichen Schutzausrüstung in nichts mehr nachstehen. So werden nach Maßgabe der der Berufsfeuerwehr zur Verfügung stehenden Finanzmittel auch die Freiwillige Feuerwehren nach und nach mit modernen Nomex-Brandschutzjacken und -handschuhen, Flammschutzkopfhauben sowie mit Atemschutz-Überwachungstafeln und Fire Fly II - Warngeräten (Sogenannte Totmanngeräte zur Erhöhung der Sicherheit der unter umluftunabhängigen Atemschutzgeräte vorgehenden Trupps) ausgerüstet.

Die Gründung der Jugendfeuerwehr "Essen ? Ruhrhalbinsel" Am 27.11.1993 gründen die Löschgruppen Byfang, Dilldorf, Kupferdreh und Heisingen auf der Feuerwache Kupferdreh gemeinsam die Jugendfeuerwehr-Gruppe "Essen-Ruhrhalbinsel". Neben der nicht uneigennützigen Absicht der Nachwuchsförderung für die eigenen Löschgruppen ist Ziel der Neugründung, interessierten Jugendlichen auf der Ruhrhalbinsel im Alter von 10-16 Jahren eine sinnvolle und interessante Freizeitbeschäftigung zu bieten und ihnen spielerisch und feuerwehrtechnisch unterstützt den hohen Wert des selbstlosen und ehrenamtlichen Handelns für die Allgemeinheit näher zu bringen. Mit 17 Jahren ist dann für die Jugendlichen der nahtlose Übergang in die Freiwillige Feuerwehr möglich.

Zuvor war bereits am 09.08.1991 in Heisingen gemeinsam mit weiteren 12 Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Essen der "Förderverein Freiwillige Feuerwehr Essen" gegründet worden. Zweck des Vereins ist ausschließlich und unmittelbar die Förderung des Brandschutzes und des Feuerlöschwesens. Der Verein betrachtet es als seine Aufgabe, den Kameradinnen und Kameraden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit in sämtlichen Aufgabengebieten unterstützend zur Seite zu stehen, sie mit Schulungsmitteln zu versorgen, ihre Ausstattung über den gesetzlichen Rahmen hinaus zu komplettieren und Beiträge zur körperlichen Ertüchtigung und zur Pflege des gesellschaftlichen Kontaktes zu leisten.

Spenden sind jederzeit herzlich willkommen.

Auch wenn speziell die Freiwilligen Feuerwehren (noch) nicht über Nachwuchssorgen klagen müssen, so ist doch die Darstellung ihrer vielfältigen Arbeiten in der Öffentlichkeit von großer Wichtigkeit. Viele Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr führen daher in ihren Stadtteilen "Tage der offenen Tür" durch. Auch mit Beteiligung der Löschgruppe Byfang wurde am 07.09.1996 erstmals ein von allen Löschgruppen und der Jugendfeuerwehr Essen gemeinsam getragener "Aktionstag" unter dem Motto: "Freiwillige Feuerwehr - Schnelle Hilfe auch in Ihrer Nachbarschaft" auf dem Kennedyplatz in der Essener City überaus erfolgreich durchgeführt.

Die Byfanger Vereine

Wie in Byfang allgemein üblich, unterhalten die Feuerwehrkameraden darüber hinaus gutfreundschaftliche Beziehungen zu allen übrigen Byfanger Vereinen.

Hervorzuheben ist hierbei insbesondere die Teilnahme am alljährlichen Neujahrsempfang der Kupferdreher Bürgerschaft sowie die Entsendung von Mannschaften zu dem vom Schützenverein ausgerichteten Wanderpokalschießen der Byfanger Vereine, die Unterstützung bei der Ausrichtung des St. Barbara - Bergfestes der Kath. Kirchengemeinde, das Fällen und Aufstellen der Tannenbäume in der Kirche zur Weihnachtszeit sowie die Begleitung des St. Martinszuges in Byfang.

Im Dezember 1991- Zwei Dutzend 20 m hohe Pappeln an der St. Barbara Pfarrkirche in Byfang werden mit Unterstützung der Drehleiter der Berufsfeuerwehr beschnitten und teilweise gefällt.

Pause muß sein. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.

1998 müssen die Pappeln als Gefahrenbäume gänzlich gefällt werden. Darüber hinaus nehmen Kameraden der Löschgruppe Byfang regelmäßig an der zentralen Fronleichnamsprozession in der Essener City und an dem seit 1987 ausgerichteten Hallenfußballturnier der Freiwilligen Feuerwehren überaus erfolgreich teil.

6. Hallenfußballtunier der Freiwilligen Feuerwehren Essen am 07.03.1992 in der Sporthalle Werden

Auch der Reiterverein Byfang wird bei der Ausrichtung seines alljährlichen großen Reit- und Springturniers auf der Reitanlage bei Kuhlhoff personell und materiell unterstützt. Schließlich werden zur Förderung der Kameradschaft unter den Byfanger Wehrmännern jährlich an Vatertag Wanderausflüge, ein Tanz in den Mai und Wochenend-Ausflugsfahrten mit den Frauen organisiert. Gemeinsame Einsatzübungen mit anderen Feuerwehren oder Ein-heiten des Katastrophenschutzes sowie der Besuch der Florianstage und der Jubiläen und Feste befreundeter Vereine und Verbände runden die gesellschaftlichen Aktivitäten der Löschgruppe Byfang ab.

Eine kurze aber verdiente Rast der Kameraden Kampmann und Kreutzenbeck der Löschgruppe Byfang nach mühevoller Bergungs? und Abschlepparbeit während des Reitturniers des Reitervereins Byfang am 26./27.09.1981 auf Bauer Blaum´s Acker.

Vatertagsausflug am 09.05.1991 auf der Ruhr von Kemnade nach Essen.

Von besonderer Wichtigkeit ist schließlich auch das Engagement der Byfanger Feuerwehrmänner im Bereich der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung. Bereits seit Jahren sind Kindergartengruppen aus Kupferdreh und Byfang an einem Vormittag im Jahr zu Gast im Gerätehaus, um sich kindgerecht mit den vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr, dem richtigen Verhalten bei Bränden und den Möglichkeiten der Alarmierung der Feuerwehr vertraut zu machen. Selbstverständlich darf anschließend die Besichtigung der Einsatzfahrzeuge und das selbständige Bedienen der Kübelspritze und des Schnellangriffs nicht fehlen.

Im Jubiläumsjahr 1999 ist die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr Byfang auf 27 aktive und 23 inaktive Kameraden in der Alters ? und Ehrenabteilung angewachsen.

Darüber hinaus unterstützen zahlreiche "fördernde" Mitglieder (i.d. Regel Byfanger Haus? und Grundeigentümer) durch ihre jährlichen Mitgliedsbeiträge die vielfältigen Aufgaben der Wehr.

Der ALTERS - UND EHRENABTEILUNG gehören an:

Blaum, Hans seit 1952
Bützken, Manfred seit 1973
Großheimann, Hans seit 1961
Heiermann, Georg seit 1973
Kampmann, Stefan seit 1980
Kemperdiek, Egbert seit 1971
Kemperdiek, Heinz-Jürgen seit 1976
Klus, Michael seit 1984
Klus, Rainer seit 1972
Kohlmann, Clemens seit 1952
Kreutzenbeck, Heinz seit 1949
Kreutzenbeck, Klaus seit 1976
Küpper, Theo seit 1951
Küßner, Peter seit 1980
Kuhlhoff, Bernd seit 1982
Lachnicht, Günter seit 1961
Link, Reinhold seit 1955
Lüttenberg, Uwe seit 1978
Merten, Dieter seit 1975
Rex, Gregor seit 1985
Schmittgen, H.-G. seit 1974
Schürmann, Hans seit 1954
Wiesenkämper, F.-G. seit 1966

gehören der Freiwilligen Feuerwehr Essen-Byfang aktiv an:

Bahrfeck, Ralf Unterbrandmeister seit 1983 Binz, Peter Oberfeuerwehrmann seit 1980 Brauksiepe, Christian Oberfeuerwehrmann seit 1987 Brochhagen, Joachim Brandmeister seit 1984 Brochhagen, Rolf Hauptbrandmeister seit 1973 Dirkes, Andreas Unterbrandmeister seit 1984 Engelhardt, Marc Oberfeuerwehrmann seit 1987 Freistühler, Michael Feuerwehrmann seit 1995 Großheimann, Alfons Oberbrandmeister seit 1973 Großheimann, Andreas Brandmeister seit 1986 Großheimann, Daniel Unterbrandmeister seit 1991 Großheimann, Dominik Unterbrandmeister seit 1989 Kampmann, Alfred Unterbrandmeister seit 1984 Koniecny, Damian Oberfeuerwehrmann seit 1993 Koniecny, Sebastian Feuerwehrmann-Anw. seit 1997 Kremer, Hans-Peter Oberbrandmeister seit 1980 Lansing, Gerd Unterbrandmeister seit 1980 Ley, Michael Feuerwehrmann-Anw. seit 1999 Löbbert, Tobias Feuerwehrmann seit 1995 Röber, Stefan Unterbrandmeister seit 1987 Rothfoß, Andreas Feuerwehrmann seit 1997 Schick, Christoph Feuerwehrmann-Anw. seit 1998 Schüßler, Bernd Oberfeuerwehrmann seit 1982 Schüßler, Klaus Oberfeuerwehrmann seit 1980 Sonnenschein, Martin Unterbrandmeister seit 1983 Sonnenschein, Michael Unterbrandmeister seit 1982 Wiesenkämper, Tobias Feuerwehrmann seit 1997 Im Jubiläumsjahr 1999

Zur Vorbereitung auf ihr 90jähriges Jubiläum haben die Kameraden der Löschgruppe Byfang ihr Gerätehaus mit tatkräftiger materieller Unterstützung der Berufsfeuerwehr baulich auf Vordermann gebracht.

Nachdem bereits im September 1996 mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung der Bezirksvertretung VIII die feuchtigkeitsanfällige Wetterseite des Gerätehauses verschiefert und ein spezieller Windfang vorgebaut werden konnte, wird im Dezember 1998 ausschließlich in Eigenleistung der Boden in der Fahrzeughalle plattiert, die Fahrzeughalle komplett neu gestrichen sowie aus eigenen Mitteln einen neue Garderobe für die Einsatzkleidung geschaffen. Bereits am 13.03.1998 war erstmals ein eigener Telefonanschluß im Gerätehaus installiert worden.

Nach der Arbeit ein Gruppenbild. Die Vorbereitungen

Das Jubiläumsjahr 1999 wird auch in anderer Hinsicht in die Analen der Löschgruppe Byfang eingehen. Mit Wirkung vom 06.03.1999 ist nach 10jähriger Tätigkeit als Schriftführer der Brandmeister-Dienstbesprechung nach entsprechender Wahl durch die übrigen Löschgruppen- und Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Essen der Byfanger Löschgruppenführer Rolf Brochhagen vom Leiter der Feuerwehr Essen als Nachfolger von Manfred Klapper zum neuen "Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Essen" ernannt worden.

"Panzergruppe" der Feuerwehr EssenÜbung in Bergen ? Hohne am 05.06.1994 -Besichtigung des Truppenübungsplatzes- sowie Biwak in Salzmoor

Gruppenbild im März 1999

hintere Reihe: Andreas Großheimann, Joachim Brochhagen, Daniel Großheimann, Andreas Rothfoß, Alfred Kampmann, Damian Konieczny, Michael Freistühler, Bernd Schüßler, Christian Brauksiepe, Tobias Wiesenkämper, Peter Binz

mittlere Reihe: Alfons Großheimann, Hans-Peter Kremer, Michael Ley, Gerhard Lansing, Tobias Löbbert, Dominik Großheimann, Ralf Bahrfeck, Klaus Schüßler, Andreas Dirkes, Martin Sonnenschein, Michael Sonnenschein, Rolf Brochhagen

vordere Reihe: Georg Heiermann, Hans-Georg Schmittgen, Bernd Kuhlhoff, Michael Klus, Hans Schürmann, Reinhold Link, Clemens Kohlmann, Theo Küpper, Heinz Kreutzenbeck, Egbert Kemperdiek, Klaus Kreutzenbeck, Uwe Lüttrenberg, Franz-Gerd Wiesenkämper, Ernst-Dieter Merten

(von links nach rechts)

Aktive

hintere Reihe: Andreas Großheimann, Joachim Brochhagen, Daniel Großheimann, Andreas Rothfoß, Alfred Kampmann, Damian Konieczny, Michael Freistühler, Bernd Schüßler, Christian Brauksiepe, Tobias Wiesenkämper, Peter Binz

mittlere Reihe: Alfons Großheimann, Hans-Peter Kremer, Michael Ley, Gerhard Lansing, Tobias Löbbert, Dominik Großheimann, Ralf Bahrfeck, Klaus Schüßler, Andreas Dirkes, Martin Sonnenschein, Michael Sonnenschein, Rolf Brochhagen

(von links nach rechts)